Warum es manchmal notwendig ist, einen Schritt zurückzutreten

Veröffentlicht am 11. Februar 2026 um 07:00

 

In den letzten Wochen war es still hier.

Keine neuen Blogartikel, keine Impulse, kein Weiterdenken nach außen.

Diese Stille war eine bewusste Entscheidung.

 

Mir war etwas sehr Wesentliches abhandengekommen: der Zugang zu meinem Bauchgefühl. Dieses feine Bauchgefühl, das mir sonst zuverlässig zeigt, was stimmig ist und wohin mein Weg führt, war schwer zugänglich geworden.

 

Es war nicht verschwunden, sondern überlagert von zu vielen Ebenen gleichzeitig.

Zu viele Rollen, zu viele Reize und zu wenig Raum für Integration.

An diesem Punkt hilft kein Zusammenreißen und kein:

„Ich müsste doch eigentlich wissen, was richtig ist“.

 

Foto: Privat

 

Normalerweise ist da ein innerer Kompass.

Ein feines Gespür dafür, was stimmig ist, was ansteht, in welche Richtung es weitergehen darf. Hochsensible Menschen verfügen über ein sehr fein kalibriertes Nervensystem.
Es nimmt viel wahr, verknüpft Informationen tief und reagiert sensibel auf Veränderungen im Außen.

 

Dieses System ist ein großer Schatz. Es braucht jedoch Raum, um klar zu bleiben.

Als die Eindrücke dichter wurden und die Reizflut anhielt, merkte ich:

Die inneren Signale wurden verschwommener, unschärfer.


Meine Richtung war nicht mehr fühlbar, obwohl sie im Inneren vorhanden war. Es fühlte sich an wie ein Tasten nach dem Boden im Badesee, ohne ihn jedoch wahrnehmen zu können.

Für hochsensible Menschen kann sich das sehr dramatisch anfühlen.
Denn wenn ein fein kalibriertes Nervensystem plötzlich Signale sendet, die sich nicht mehr einordnen lassen, entsteht Verunsicherung.

 

Es fühlte sich irritierend an. Nicht, weil etwas fehlte, sondern weil zu viel gleichzeitig wirkte.

Raum schaffen, damit Ordnung zurückkehren kann

 

In solchen Momenten entsteht Klarheit nicht durch weiteres Tun, sondern durch Entlastung.
Durch einen Schritt zurück.

 

Nicht durch Abschottung, sondern durch Fokus und Reduktion auf das Wesentliche.

Dieser Schritt war kein Rückzug aus dem Leben, sondern ein Hinwenden zu meinem System.

Er öffnete Raum zum Atmen, zum Denken und zum Fühlen.

 

Mit diesem Raum begann sich etwas zu ordnen.
Gedanken fanden wieder ihren Platz.
Empfindungen wurden unterscheidbar. Ich konnte meine unterschiedlichen Rollen wieder deutlicher abgrenzen. Ganz langsam kehrte auch mein Bauchgefühl zurück.
Leise zuerst, dann verlässlicher.


Mein Nervensystem gewann wieder Schutz vor dem Zuviel von außen.

 

 

Wenn der innere Kompass sich neu kalibriert

 

Meine Intuition kehrte zurück und mit ihr die Orientierung, und ein wachsendes Gefühl von Stimmigkeit. Ich spürte wieder, welche Schritte tragfähig sind und welche warten dürfen.

Diese Rückverbindung entstand, weil mein System wieder genügend Kapazität hatte, um Informationen zu integrieren statt nur zu verarbeiten.

Was aus dieser Pause entstanden ist

 

Manchmal führt der direkteste Weg über einen Schritt zur Seite, um wieder mit sich selbst, mit der eigenen Klarheit, mit der eigenen Kraft verbunden zu sein.

 

In dieser Zeit hat sich vieles verdichtet. Beobachtungen, Erfahrungen und Wissen haben sich miteinander verbunden. 

Daraus ist eine Denkschrift (Wenn Sensibilität Energie kostet - Eine systemische Perspektive auf Stress, Mitochondrien und Regulation) als Denkraum entstanden.

Ein Versuch, Sensibilität, Stress, Energie und innere Regulation systemisch zusammenzudenken.

 

Diese Pause war kein Abbruch meiner Arbeit, sie war ein Teil meines Weges.
Sie hat mir Klarheit geschenkt und meine eigene Kraft wieder spürbar gemacht.

 

Foto: Privat

 

Wieder da, mit mehr innerer Stimmigkeit

 

Manchmal führt nichts an einem bewussten Innehalten vorbei.

Nicht aus Unsicherheit, sondern aus Selbstfürsorge und Achtsamkeit.

 

Ich bin wieder da, mit mehr innerer Ordnung, mit mehr Verbindung zu mir selbst

In den kommenden Wochen werde ich meinen Denkraum Stück für Stück für dich öffnen.

In ruhigen, gut verdaulichen Impulsen.

 

Den Anfang macht eine Frage, die viele hochsensible Menschen aus ihrem Alltag kennen:

Warum kostet Sensibilität Energie und warum ist genau das kein Makel,

sondern eine logische Folge eines hochvernetzten Systems?

 

Vielleicht ist dieser Text genau jetzt für dich da.

Spürst du auch, dass ein Schritt zurück manchmal kein Rückschritt,

sondern der Moment ist, in dem Orientierung wieder möglich wird?  

 

Er ist der Beginn von mehr Tragfähigkeit.

 

 

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